G.L.O.S.S. – Demo

Queerpunk/Hardcore/Washington/ Not Normal, Total Negativity, Nervous Nell

Vielleicht kenn ich mich mit Queerpunk einfach nicht genug aus, aber ich hab ganz oft das Gefühl, dass viele Bands aus der Richtung vom Sound her immer noch sehr auf 90er Jahre RiotGrrl fixiert sind. Wahrscheinlich hab ich aber einfach nur kein Plan und kenne nur die bekannten Bands, die halt ins Klischee passen. Wobei ein paar fallen mir schon ein: Zum Beispiel Agatha oder Spitboy. Und halt G.L.O.S.S. Im Gegensatz zu den anderen beiden genannten eher heavy vertrackten Bands sie sind soundmäßig mitten in den goldenen Hardcore Punk 80ern zuhause und rumpeln sich simpel, angepisst und verzerrt durch 5 Gassenhauer. Hier gibt’s keine komplexen Songs oder so, einfach fünfmal solide durchgeballert, mehr brauchs nicht. Thematisch geht’s primär um Queer und Transthemen, was finde ich immer noch eine Riesenlücke im Hardcore/punk Bereich ist, also von simplen Lippenbekenntnissen mal abgesehen und ist auch passend zum Sound umgesetzt, also alles mit ner soliden Note Abfuck. Find ich super!

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Hollow Sunshine – Hollow Sunshine

Postrock, Dreampop, kein Shoegaze/Kalifornien/Robotic Empire

Schöne verträumte Postrock Mukke mit Ecken und Kanten. Auch wenn eindeutig Melodien den größeren Teil ausmachen gibt es immer wieder schön wummerige parts mit heftigem Fuzz auf dem Bass und so. Dadurch wird’s im Vergleich zu anderem Indie-Postrock Geklimper wesentlich abwechslungsreicher und verliert sich nicht so schnell in der Wiederholung. Fällt mir grad nicht viel zu ein, was ich schreiben könnte, aber ist wirklich toll und hör ich gerade viel.

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Jungbluth – Lovecult

EmoCrust/Münster/Self-Released

Yo, eigentlich hab ichs beim Musikhören eher halt zuerst mit der Musik und die Texte nehm ich halt mit oder auch nicht.
Jungbluth ist da eine der wenigen Ausnahmen wo mir die Texte fast schon mehr bedeuten, als die Musik selber. Was jetzt nichts über die Musik sagen soll. Da wird weiterhin auf den selbst mit Alpinist eingeschlagenen EmoCrust Pfaden gewandert und das völlig zurecht. Insgesamt wird das Album auf mich weniger düster und zerrig, als der Vorgänger, aber mir gefällts trotzdem immer noch sehr gut. Positiv ist auch, die schicke Aufmachung mit zwei großen Textkarten, von der eine die Texte samt Linernotes und die andere eine allgemeine Erklärung zur Thematik des Albums enthält. Im großen und ganzen geht’s um zwischenmenschliche Beziehungen aller Art, wobei Jungbluth halt wirklich was schlaues dazu zu sagen haben und ich, wie auch schon beim Vorgänger, mich beim Lesen mehrmals ertappt und kritisch angesprochen fühle. Keine Wohlfühlmukke um sich das eigene Leben schönzureden, sondern echt heftiger Kram zum Nachdenken. Äußerst empfehlenswert (was übrigens mindestens genauso für den Vorgänger gilt)

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Thurm – Thurm

Blackmetal, PostHardcore/Deutschland/Narshardaa

Oha, 2-3 einzelne Drumschlägge und dann WAND. Ich persönlich steh ja auf diese ganze Postrock-Effekt Soundgeschichte, und bei Thurm lohnts sich echt. 7 Mal irgendwas zwischen Blackmetal, Postkram und allerlei Geballer. Die Leute beherrschen auch offensichtlich ihre Instrumente.
Für mich persönlich hätte es noch etwas mehr in Richtung des schleppenden Endstücks gehen können, aber das ist reine Geschmackssache. Das Artwork ist auch wahnsinnig schick, und durch den Sound hebt es sich auch von den diversen anderen neuen Bands aus der Richtung ab. Lyrics sind genretypisch eher krytisch, aber wirken bei mir trotzdem, was sonst bei so Kram oft nicht der Fall ist.
Alles geil find ich.

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Human Bodies – Demo MMXV

Blackened Punk/Massachsetts/Self Released

Blackened Punk ist ja meistens ne hübsche Umschreibung für korrekte Zecken die Blackmetal spielen. Was cool ist, aber irgendwie hatte ich mir unter der Generebezeichnung doch etwas anderes vorgestellt und erhofft.
Sowas wie Human Bodies.
Die liefern schon seit ein paar Jahren eine Brutal stampfende Mischung aus Blackmetal, Deathpunk und Hardcore ab, die echt gut reingeht. An sich sind alle 4 Releases geil (das 2013er Demo ist noch mitm Drumcomputeraufgenommen und klingt entsprechend rumpelig), ich hab mir nur das 2015er Demo geschnappt, weil ichs insgesamt von allen Releases am überzeugendsten finde.
Hier gibt’s 3 Songs, wobei die ersten beiden den typischen Human Bodies Style, also Blackmetalgeballer, Punk/Rock Riffs, dazu fieses Gekeife und Drums wie ein Uhrwerk, gehalten sind. Hier funktioniert die Mischung Blackmetal und Hardcore Punk echt gut. Alles klingt fies, irgendwie stumpf und lässt angenehm den doch im Blackmetal oft vorhandenen Hang zur dramtischen Peinlichkeit vermissen. Lied 2 schlägt genau in dieselbe Kerbe (wie die meisten Songs der Band, langweilig wird’s trotzdem nicht), als dritten gibt’s dann noch eine astreine drone-Noiscollage. Saugutes Demo und zum Einstieg in die Band sehr zu empfehlen! Wie gesagt die anderen Sachen stehen dem in nichts nach, allgemein ne sehr empfehlenswerte Band, wenns laut sein soll!

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